Besuch bei den Biesenthaler Heimatfreunden

Als mein Mann Werner und ich im September 2020 auf Einladung des Ehepaars Huber in Biesenthal weilten, ahnten wir noch nicht, dass der damals geplante Besuch von Mitgliedern des Freundeskreises, wegen Corona, erst im April 2022 möglich sein würde.

Karolin Huber, Mitglied unseres Vereins und ihr Mann Jochen sind durch ihre Familien sehr mit Biesenthal verbunden, beide sind auch im dortigen Heimatverein aktiv. Und so entstand die Idee einer Exkursion dorthin. Am 2. April, einem recht kühlen und windigen Frühlingstag machten sich 20 Mitglieder mit Bahn, Bus und Auto auf den Weg. Am Marktplatz wurden wir schon von Vertretern des Heimatvereins erwartet und der Vorsitzende, Jörg Weprajetzky, begrüßte uns herzlich. Nach einem Gruppenbild auf der Treppe des Alten Rathauses (erbaut 1768, rekonstruiert 2001/03) wurden die Touristenformation, die Heimatstube und die Chronik besucht. Hier war vor allem die Ortschronistin Gertrud Poppe, Ehrenbürgerin des Ortes, in ihrem Element. Dem kühlen Wetter geschuldet, verlegte dann unsere Stadtführerin Sieglinde Thürling ihre Ausführungen zur Stadt in den Sitzungsraum. Das Ackerbürgerstädtchen wurde 1258 erstmalig erwähnt. In einer Festschrift wird es, die Stadt mit dem Tal im Namen, die auf einem Berg liegt, genannt. Unter den Askaniern gab es eine Burg, an die noch heute der Turm auf dem Schlossberg erinnert. Er wurde 1907 errichtet und der 1991 neu gegründete Heimatverein setzt sich sehr für dieses Areal ein. Ein Teil unserer Mitglieder besuchte ihn nach dem Vortrag, der andere Teil fand sich in der wunder-schönen Kirche ein und wurde von Pfarrer Christoph Brust informiert. Biesenthal hat schreckliche Brände hinter sich, am 14. September 1756 brach ein verheerendes Feuer aus, allein 111 Wohnhäuser wurden vernichtet. Die Kirche wurde in den Jahren 1763 bis 1767 neu errichtet, 1859 schenkte der Orgelbaumeister Ferdinand Dinse seiner Heimatstadt die Orgel. Übrigens war er mit der Tochter des Orgelbauers Buchholz verheiratet, der u. a. auch die Orgel in unserer Pankower Dorfkirche errichtet hat. Nach einer Mittagspause, im Restaurant „Taverna Mykonos“, ging der Stadtrundgang weiter. Vorbei am ältesten Haus der Stadt in der Schulstr. 10, welches die Flammen verschont hatten, spazierten wir in Richtung Schule, einem prächtigen Gebäude aus dem Jahr 1925. Auf dem Hof hat der Heimatverein in einem Nebengebäude ein großzügiges Domizil gefunden. Hier sollte zum Abschluss dieses anregenden Tages ein gemeinsames Kaffeetrinken stattfinden. Wer aber beschreibt unsere Überraschung, als uns eine liebevoll gedeckte Tafel mit Blumen, Gastgeschenken, Getränken und selbst gebackenem Kuchen erwartete. Unseren herzlichen Dank den Initiatoren und den Damen Karolin Huber, Katharina Schlüter und Janina Mainka.

Zur Geschichte der Stadt gäbe es noch viel zu berichten und damit ein erneuter Besuch lohnenswert. Aber zuvor hoffen wir natürlich auf einen Gegenbesuch der Biesenthaler Heimatfreunde hier in Pankow.

Liebe Biesenthaler Heimatfreunde, inzwischen hängt ein Poster mit den schönsten Aufnahmen im Brose-Haus und alle, die dabei waren, schwärmen noch immer von dem schönen Tag.

Jutta Mach